1  Auf einen Blick

1.1 Kennzahlen des Krebsregisters Sachsen

Die Datenbank des Krebsregisters Sachsen umfasste im Dezember 2025 1.275.292 Krebsfälle von 966.313 Patientinnen und Patienten (Männer: 490.083, Frauen: 476.214, Divers: 10, unbekannt: 4). Im Jahr 2023 erhielt das Krebsregister 404.986 Tumormeldungen (inkl. nicht-melanotische Hauttumore) von insgesamt 796 ambulanten Einrichtungen (niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bzw. Medizinische Versorgungszentren) und 97 Krankenhäusern mit 507 Krankenhausabteilungen. Davon wurden 240.553 (59,0 %) Meldungen elektronisch übermittelt und 164.433 (41,0 %) Meldungen manuell im Krebsregisters Sachsen erfasst.

1.2 Neuerkrankungen in Sachsen

Im Jahr 2023 wurden im Freistaat Sachsen 32.704 Krebsneuerkrankungen vom Krebsregister dokumentiert (Männer: 17.687, Frauen: 15.017). Hiervon entfielen 28.700 Fälle auf bösartige Neubildungen und 4.004 Fälle auf in situ Neubildungen. Somit erkrankten pro 100.000 Einwohner ab 18 Jahren 504,0 Männer und 462,4 Frauen.

Die am häufigsten dokumentierten bösartigen Neubildungen betrafen bei Männern die Prostata (28,2 %), die Bronchien und Lunge (10,2 %) und das Kolon (7,4 %). Bei Frauen wurden am häufigsten bösartige Neubildungen der Brustdrüse (30,9 %), des Kolons (7,8 %) und der Bronchien und Lunge (6,9 %) erfasst.

Bei den in situ Neubildungen dominierten bei Männern Harnblase (55,1 %), Melanome in situ (29,5 %) und Kolon (9,3 %). Bei Frauen waren es Gebärmutterhals (59,1 %), Brustdrüse (13,4 %) und Melanome in situ (12,6 %) .

1.3 Klinisch und onkologische Kennzahlen

Unter den zehn häufigsten soliden Tumoren war der Anteil der nur klinisch gesicherten Fälle für Melanome der Haut (0,3 %) und Brustdrüse (0,9 %) am niedrigsten und für Bauchspeicheldrüse (25,8 %) und Bronchien und Lunge (11,6 %) am höchsten. Der Anteil der in das prognostisch ungünstigste UICC-Stadium IV eingruppierten Fälle variierte zwischen 1,2 % bei Melanomen der Haut und 47,3 % bei Erkrankungen der Bronchien und Lunge.

1.4 Therapieansätze

Unter den dokumentierten Therapieformen in den ersten 12 Monaten nach der Diagnose war die alleinige Operation am häufigsten bei Melanomen der Haut (89,7 %), Niere (74,7 %), Harnblase (61,3 %), Kolon (57,1 %), Prostata (32,5 %) sowie Rektum (29,1 %). Bei Erkrankungen der Brustdrüse wurde am häufigsten eine Kombination aus Operation, Bestrahlung und systemischer Therapie gemeldet (37,7 %). Neubildungen der Bronchien und Lunge wurde am häufigsten nur systemisch behandelt (32,8 %). Bei 39,1 % bzw. 29,3 % der Krebsfälle der Bauchspeicheldrüse und des Magens wurde keine tumorspezifische Therapie gemeldet.

1.5 Klinischer Verlauf und Outcomes

Die relativen Überlebensraten fünf Jahre nach einer Krebserkrankung lagen über alle Entitäten hinweg bei 68,8 % bei Männern und 73,0 % bei Frauen. Zu den Entitäten mit insgesamt guter Prognose zählten Melanome der Haut, Prostata sowie Brustdrüse mit relativen Überlebenswahrscheinlichkeiten von 102,4 %, 97,3 % bzw. 93,3 % nach fünf Jahren. Vergleichsweise ungünstige Prognosen wiesen die Lokalisationen Bauchspeicheldrüse, Gehirn und Leber mit relativen Überlebensraten von 20,0 %, 25,3 % bzw. 27,4 % nach fünf Jahren auf.

1.6 Epidemiologischer Bericht

Im Jahr 2023 wurden in Sachsen nach epidemiologischen Zählweise 31.560 Krebsneuerkrankungen erfasst. Davon betrafen 27.815 bösartige Tumoren und 3.745 Neubildungen im Stadium in situ. Detaillierte Informationen zu entitätsspezifischen Fallzahlen, Inzidenzen, Prävalenzen und dem 5-Jahresüberleben nach epidemiologischer Zählweise finden Sie in folgenden Kapiteln: