Rückblick auf die Regionale Qualitätskonferenz am 22. April 2026

Am 22. April 2026 fand die regionale Qualitätskonferenz des Krebsregisters Sachsen in Kooperation mit der Gesundheitsregion Südwestsachsen statt. Auswertungen des Krebsregisters Sachsen auf Basis von über 12.000 Fällen zeigen eine insgesamt leitliniennahe Versorgung des Mammakarzinoms. Ergänzende Analysen zur Behandlungsmigration verdeutlichen zugleich stabile Versorgungsstrukturen bei moderaten Wegstrecken.

Im Rahmen der regionalen Qualitätskonferenz am 22. April 2026 in Chemnitz wurden aktuelle Auswertungen des Krebsregisters Sachsen zur Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Mammakarzinom vorgestellt. Im Mittelpunkt standen bevölkerungsbezogene Analysen, die die Versorgungsrealität in Sachsen anhand von Krebsregisterdaten abbilden.

Grundlage der Auswertung bildeten 12.166 Fälle histologisch gesicherter Mammakarzinome der Diagnosejahre 2019 bis 2023. Davon entfielen 7.143 Fälle auf die Region Südwestsachsen und 5.023 Fälle auf die Region Leipzig. Die Ergebnisse zeigen insgesamt eine leitliniennahe Versorgung, ergänzt durch stabile regionale Versorgungsstrukturen.

Zentrale Ergebnisse zur regionalen Versorgung

  • Die chirurgische und strahlentherapeutische Versorgung erfolgt insgesamt konsistent und leitliniennah
  • Zeitziele werden überwiegend eingehalten:
    • Operation in der Regel innerhalb von 6 Wochen nach Diagnosesicherung
    • Beginn adjuvanter systemischer Therapien innerhalb von 6 Wochen nach Operation
    • Beginn der Strahlentherapie innerhalb von 8 Wochen
  • Beim Beginn adjuvanter Therapien zeigen sich regionale Unterschiede und teilweise Verzögerungen
  • Systemische Therapien werden in den Registerdaten unterschiedlich vollständig abgebildet 

Ergebnisse zur Behandlungsmigration

  • Untersuchung der räumlichen Verteilung operativer Eingriffe
  • Ergebnis: 25 % der Operationen am Wohnort
    • 50 % innerhalb von unter 20 km
    • 75 % innerhalb von 30 km
    • 90 % innerhalb von 50 km
  • Modellbasierte Analyse: 90 % der Patientinnen und Patienten unter 41 km Wegstrecke 

Längere Wegstrecken betreffen vor allem Patientinnen und Patienten aus ländlichen Regionen, die gezielt Behandlungen in Zentren oder Universitätskliniken in Anspruch nehmen. Hinweise auf eine ausgeprägte Spezialisierung einzelner Kliniken ergeben sich aus den Daten nicht.

Krebsregisterdaten ermöglichten eine bevölkerungsbezogene Betrachtung der Versorgung und geben Einblick in die tatsächliche Versorgungspraxis. Gleichzeitig hängt ihre Aussagekraft wesentlich von der Vollständigkeit und Qualität der Meldungen ab. 

Neben den registerbasierten Auswertungen wurden weitere Themen aus Versorgungsforschung und klinischer Praxis aufgegriffen. Dazu zählten unter anderem Vorträge zum Thema soziale Determinanten der Versorgung, klinische Behandlungswege, aktuelle Entwicklungen in der Therapie sowie Ansätze in Qualitätssicherung, Digitalisierung und Früherkennung. Auch Perspektiven zur Weiterentwicklung der Patienteninformation und der Versorgungsstrukturen wurden diskutiert.

Die Präsentationen der Referierenden stehen hier zum Download zur Verfügung:

Versorgungsforschung:

Behandlung des Mammakarzinoms:

Aktuelle Initiativen der Versorgung: 

Das Krebsregister Sachsen dankt allen Mitwirkenden sowie dem Kooperationspartner Gesundheitsregion Südwestsachsen für die sehr gute Zusammenarbeit und die inhaltliche Mitgestaltung der Veranstaltung.

Wir freuen uns auf die nächste Landesqualitätskonferenz im November 2026.

Ihr Krebsregister Sachsen

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