KFRG-Meldungen

Für Meldungen nach dem sächsischen Krebsregistergesetz erhält der Leistungserbringer eine durch den GKV-Spitzenverband festgelegte Vergütung vom zuständigen Register, deren Höhe sich nach der Art der Meldung bemisst (§ 2 Krebsregister-Meldevergütungsvereinbarung).

  • Meldung einer Diagnosestellung eines Tumors nach hinreichender Sicherung: 18 Euro
  • Meldung einer Änderung im Krankheitsverlauf: 8 Euro
  • Meldung von Therapie- und Abschlussdaten: 5 Euro
  • Meldung von histologischen und labortechnischen oder zytologischen Befunden: 4 Euro

Bitte beachten Sie, dass nur vollständige Meldungen (nach ADT/GEKID-Basisdatensatz einschließlich der organspezifischen Module) vergütet werden können, wobei die Daten nicht bereits durch eine andere meldepflichtige Person an das Klinische Krebsregister gemeldet worden sein dürfen.

Vergütet werden nur nach KFRG meldepflichtige Tumore bei Patienten mit Wohnadresse in Deutschland.

Jeder Melder (Leistungserbringer) erhält ausschließlich die Meldung seiner Leistung vergütet. Eine Vergütung erfolgt nur, wenn ein gesetzlicher Meldeanlass (ab 2018) vorliegt.

Vergütet werden nur tumorspezifische Therapien. Die abwartende Therapie (Wait and See, Active Surveillance, Best supportive care) ist nach ADT/GEKID-Basisdatensatz der systemischen Therapie zuzuordnen und wird als solche vergütet.

Doppelte Meldung:

Diagnosemeldungen werden aktuell durch die Krankenkassen nur einmal vergütet. Bei identischen Diagnosemeldungen ohne weitergehende therapierelevante Informationen, wird nur die zuerst eingegangene, hinreichend vollständige Meldung vergütet. Analog gilt das für alle Therapien und Abschlüsse.

Therapiemeldungen mit gleichem Leistungsdatum:

Fällt das Leistungsdatum von unterschiedlichen Therapien auf den gleichen Tag, wird von den Krankenkassen auch nur ein Meldeanlass vergütet (betrifft z. B. Radiochemotherapien).

Allgemeine Anmerkungen:

Zurzeit werden durch die klinischen Krebsregister Meldevergütungen für Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Heilfürsorge Sachsen ausgezahlt. Mit der PKV und Beihilfe finden derzeit Verhandlungen statt, um die Einzelheiten des Abrechnungsverfahrens zu klären. Die Auszahlung der Meldevergütung erfolgt jeweils nach Zahlungseingang durch die Krankenkassen.

Nicht vergütet werden:

  • Diagnosen/Fälle, die nicht in der abgestimmten Diagnose-Liste aufgeführt sind,
  • Fälle < 18 Jahre (Alter zum Diagnosedatum),
  • diagnostische Operationen (Ausnahme SLNE bzw. LAE),
  • tumorferne und unterstützende Operationen (z. B. Umgehungsanastomosen, Anus praeter einschl. Rückverlagerung, Revisions-Operationen),
  • prophylaktische Mamillenbestrahlungen bei Hormontherapie,
  • Systemtherapien wegen Nebenwirkungen o. ä. (Schmerztherapien, Antiemetika, Blutkonserven etc.),
  • einzelne Therapiezyklen, die zusammengefasst eine systemische Therapie ergeben,
  • Beginn und Ende der systemischen Therapie, wenn nicht zwei separate Meldungen dazu erfolgen,
  • Referenzpathologiebefunde,
  • Meldungen ohne Meldeanlass (Nachsorgen ohne Änderung des Erkrankungsstatus, Tumorboards etc.)
  • Therapieempfehlungen und –planungen.

Zusammengefasst werden bei der Vergütung:

  • Operationen in zeitlichem Zusammenhang (OP und Nachresektion/Revisions-OP, OP und SLNE/LAE etc.),
  • Strahlentherapien, die in zeitlichem Zusammenhang erfolgen (Tumor und Metastase etc.),
  • Systemtherapien, die nur geringfügig modifiziert werden (Dosisreduktion, Austausch eines Medikaments, NW-bedingte Therapiepausen etc.), nicht dagegen First-, Second-, Third-line-Therapien,
  • Pathologiebefunde einer Einrichtung zu einem Fall in zeitlichem Zusammenhang (Biopsie und OP, OP und Nachresektion etc.); bei sekundärem Geschehen im Verlauf erfolgt aber eine erneute Vergütung der Befundmeldung,
  • synchrone Behandlung multipler Tumoren.

Nicht-melanotische Hautkrebsformen

Ausgenommen von den oben genannten KFRG-Vergütungsregelungen ist die Meldung von nicht-melanotischen Hautkrebsformen. Diese werden nach separaten Regelungen (Richtlinie des GKR) vergütet.

Bei nicht-melanotischen Hautkrebsformen ist nur die Diagnose an das zuständige klinische Krebsregister zu melden. Die Vergütung erfolgt analog der Aufwandsentschädigungsrichtlinie des Gemeinsamen Krebsregisters der neuen Bundesländer und Berlin (GKR) in Höhe von 4 Euro.

Bei multiplen Basaliomen eines Patienten wird nur die Meldung des ersten Basalioms vergütet. Bitte beachten Sie, dass trotzdem Meldepflicht besteht. Porto- und Verwaltungskosten sowie ggf. abzuführende Umsatzsteuer sind mit der Aufwandsentschädigung abgegolten.