Struktur

Umsetzung des Krebsfrüherkennungs- und -registergesetzes (KFRG)

Klinische Krebsregistrierung in Sachsen

In Sachsen bestehen bereits seit Mitte der 90er Jahre erfolgreiche Strukturen der klinischen Krebsregistrierung. Dem Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz obliegt die Fachaufsicht über die vier klinischen Krebsregister und die Gemeinsame Geschäftsstelle.

Die vier eigenständigen, klinischen Krebsregister an ihren Standorten in Dresden, Leipzig, Chemnitz und Zwickau bleiben die regionalen Ansprechpartner für alle Leistungserbringer.

Die Umsetzung des KFRGs erfordert jedoch einen Umstrukturierungsprozess, um die Organisation und Arbeitsweise der sächsischen klinischen Krebsregister an die Voraussetzungen nach § 65c SGB V anzupassen. Die Register werden zukünftig durch eine Gemeinsame Geschäftsstelle bei der Sächsischen Landesärztekammer unterstützt, wodurch eine enge Kooperation der beteiligten Institutionen ermöglicht wird.

Um die Vorgaben des KFRG zu erfüllen, hat das SMS eine Gemeinsame Geschäftsstelle aller vier Krebsregister in Sachsen bei der Sächsischen Landesärztekammer eingerichtet. Gegenüber den klinischen Krebsregistern an ihren vier Standorten fungiert die Gemeinsame Geschäftsstelle als Servicestelle und Ansprechpartner zur Koordination der Zusammenarbeit.

Zur Wahrnehmung ihrer zentralen Landesaufgaben setzt sich diese Geschäftsstelle aus

  •  einer Gemeinsamen Auswertungsstelle

  •  einer Zentralen Koordinationsstelle

  • und einem wissenschaftlichen Beirat zusammen.

Innerhalb der Gemeinsamen Auswertungsstelle werden landesbezogene Auswertungen und wissenschaftliche Analysen auf Antrag nach Prüfung durch den wissenschaftlichen Beirat durchgeführt. Zudem übermittelt sie die aus den vier klinischen Krebsregistern zusammengeführten Landesdaten in anonymisierter Form an den Gemeinsamen Bundesausschuss und ist für die Erstellung und Veröffentlichung der jährlichen Landesberichte zur sächsischen Krebsbelastung zuständig. Auf Grundlage dieser landesweiten Auswertungen werden durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bundesweit klinische Auswertungen erstellt.

Die Zentrale Koordinationsstelle ist mit der Planung der jährlich stattfindenden Landesonkologiekonferenz betraut und wirkt als Ansprechpartner für Organisationen der onkologischen Versorgung und Qualitätssicherung auf Landes- und Bundesebene. Zu ihren Aufgaben zählt zudem die Öffentlichkeitsarbeit für die klinische Krebsregistrierung in Sachsen.

Der wissenschaftliche Beirat fungiert als Beratungsgremium der Gemeinsamen Auswertungsstelle bei der Erstellung von Auswertungen und im Aufbau eines Qualitätsmonitorings. Zudem ist er für die Sicherstellung der Datennutzung aus den Registern gemäß KFRG zuständig und entscheidet über die Bereitstellung von Daten für Forschungsprojekte.