FAQ

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hat der Patient ein Recht auf Widerspruch ?

Das sächsische Krebsregistergesetz sieht für Patienten ein Recht zum Widerspruch vor. Unabhängig von der gesetzlichen Meldepflicht der Leistungserbringer hat der Patient demnach jederzeit das Recht, der dauerhaften Speicherung seiner Daten in einem klinischen Krebsregister schriftlich zu widersprechen. Im Falle eines Widerspruchs sind ausschließlich die Identitätsdaten und das Datum der Tumordiagnose in einer separaten Datenbank zu speichern. Hingegen steht dem Patienten gegen die Meldung der epidemiologischen Daten kein Recht zum Widerspruch zu. 

Zudem hat der Patient ein Auskunftsrecht über die zu seiner Person gespeicherten Daten, sowohl gegenüber dem Leistungserbringer als auch gegenüber dem zuständigen klinischen Krebsregister.

Muss ein Patient/ eine Patientin durch einen Arzt/eine Ärztin über die Meldung informiert werden ?

Der Patient ist durch den meldenden Arzt/ Ärztin über die Meldung seiner Daten an das klinische Krebsregister umfassend zu informieren. Der Patient ist auch über sein Recht zum Widerspruch und das Auskunftsrecht zu informieren.

Um eine einheitliche Informationsqualität zu erreichen, werden Leitlinien zum Inhalt und Umfang der Patientenaufklärung durch die Gemeinsame Geschäftsstelle der klinischen Krebsregister erarbeitet, mit allen Beteiligten abgestimmt und zur Verfügung gestellt.

Wie erfolgt die Meldung ?

Die Meldung soll elektronisch im Format des ADT/GEKID-Basisdatensatzes unter Verwendung von einheitlichen Meldeformularen erfolgen.

Bis zur flächendeckenden Etablierung der elektronischen Meldung sind die Leistungserbringer weiterhin berechtigt, die Meldungen in Schriftform an die klinischen Krebsregister zu übermitteln. Schriftform sind entweder spezielle Tumormeldebögen oder Epikrisen, welche alle melderelevanten Daten enthalten. Geregelt ist auch die Möglichkeit, Meldungen durch Dokumentare des klinischen Krebsregisters bei den meldenden Einrichtungen vor Ort zu erfassen.

Wer ist meldepflichtig ?

Nach dem sächsischen Krebsregistergesetz sind Ärzte in Praxen, MVZ, Krankenhäusern und Pathologien (Leistungserbringer) zur Meldung bestimmter Daten von Tumorpatienten an ihr jeweils (nach Behandlungsort) zuständiges Register innerhalb einer Frist von vier Wochen verpflichtet.

Meldepflichtige Tumorerkrankungen sind alle bösartigen Tumore inklusive ihrer Frühstadien, sowie alle gutartigen Tumore des ZNS nach Kapitel II des ICD-10.

Zur Meldung verpflichtet ist jeweils der  Arzt oder ärztliche Leiter einer Einrichtung, der die onkologische Erkrankung feststellt und/ oder  behandelt. Die Meldung erfolgt nach dem Behandlungsortregister.

Wann/Wie oft muss gemeldet werden ?

Anlässe zur Meldung an das (nach Behandlungsort) zuständige klinische Krebsregister sind:

  1.  Stellung der Diagnose eines meldepflichtigen Tumors nach hinreichender Sicherung der Diagnose

  2.  histologische, zytologische, labortechnische Sicherung der Diagnose

  3.  Beginn und Abschluss einer systemischen Therapie

  4.  Abschluss einer operativen Therapie oder einer Strahlentherapie

  5.  therapierelevante Änderungen des Krankeheitsverlaufes, insbesondere durch das Erreichen der Tumorfreiheit oder das Auftreten von Metastasen und Rezidiven

  6.  Nachsorgestatus bei Änderung des Erkrankungsstatus

  7.  Tod des Patienten